Anästhesie und Intensivmedizin
Chefarzt Dr. Günther Schmerbeck
Oberarzt Dr.Engelbert Bauer
Dr.Ceslav Hetmaniok
Dr. Gerd Wolftrath
Was versteht man unter Anästhesie und welche Formen der Anästhesie gibt es ?
Anästhesie edeutet Empfindungslosigkeit bzw. Betäubung.
Der medizinische Begriff stammt aus dem Griechischen.
Allgemeiner bekannt ist die Anästhesie unter der Bezeichnung Narkose.
Es gibt drei Formen der Anästhesie
1.Die Lokalanästhesie. Hier wird nur ein kleiner Bezirk des Körpers empfindungslos gemacht.
2.Die Regionalanästhesie, die sich auf einen größeren Körperabschnitt erstreckt. Hier unterscheidet man für operative Eingriffe an Schulter, Hand oder Arm die Plexusanästhesie, bei der das Nervengeflecht der Schulter, bzw. des Armes durch Einspritzen eines Lokalanästhetikums vorübergehend betäubt wird. Um den Armplexus zu finden, wird ein sogenannter Nervenstimmulator verwandt. Er wird mit der Injektionsnadel verbunden und sendet elektrische Impulse aus. Diese stimmulieren die zu betäubenden Nerven uns lösen so unwillkürliche Muskelzuckungen aus, die die richtige Lage der Injektionsnadel anzeigen. Das Lokalanästhetikum wirkt nach etwa 15 - 30 Minuten. Der betäubte Bereich wird warm und gefühllos, der Arm läßt sich mehrere Stunden nicht oder nur eingeschränkt bewegen. Für länger dauernde Eingriffe und eine anschließende Schmerzbehandlung können auch über einen dünnen Schlauch (Katheter) wiederholt oder fortlaufend schmerzlindernde Medikamente in den Armplexus gegeben werden. Zur Entspannung können Sie Musik über einen Kopfhörer empfangen. Die Periduralanästhesie und die Spinalanästhesie ermöglicht eine Schmerzfreiheit für operative Eingriffe an Bauch, Becken, Unterleib und Beinen. Hierbei werden die vom Operationsgebiet zum Rückenmark führende Nerven mittels eines Betäubungsmittels, das an einer bestimmten Stelle der Wirbelsäule am Rücken eingespritzt wird, betäubt. Der Patient bleibt bei Bewußtsein, verspürt aber keinen Schmerz.
3.Die Allgemeinanästhesie, die auch Narkose genannt wird. Hierbei wird Bewußtsein und Schmerzempfinden im ganzen Körper ausgeschaltet. Der Patient befindet sich von Anfang bis Ende der Narkose in einem schlafähnlichen Zustand. Zur Narkose wird eine Kombination von Medikamenten eingesetzt. Es werden Einschlafmittel gegeben, Mittel gegen Schmerzen, Medikamente zur Muskelerschlaffung und zur Beinflussung des vegetativen Nervensystems. Medikamente werden mittels einer Venenverweilkanüle direkt in die Vene eingespritzt.
Die Abteilung für Anästhesie- u. Intensivmedizin am Krankenhaus Viechtach versorgt alle Patienten unseres Krankenhauses, die eine Narkose benötigen. Dies sind Patienten der Chirurgie, der Gynäkologie und Geburtshilfe, der HNO-Abteilung, Patienten für ambulante urologische Operationen und auch Patienten der internistischen Abteilung, die eine spezielle Untersuchung, eine Schrittmacherimplantation oder eine Cardioversion zur Herzrhythmisierung benötigen.
Seit Eröffnung unseres Krankenhauses 1984 führten wir bisher über 45.000 Narkosen durch. Es werden die z.Zt. überall noch immer gültigen Anästhesie-Techniken, wie Maskennarkosen, Intubationsnarkosen, aber auch in verstärktem Maße die Narkosen mittels Larynx-Masken nach Brain und in der Regionalanästhesie die Spinalanästhesien,Periduralanästhesien mittels Katheter und Plexusanästhesien routinemäßig durchgeführt.
Die Anästhesie-Abteilung hat sich dem allgemeinen Fortschritt nicht verschlossen, es werden ausschließlich die z.Zt. aktuellsten auf dem Markt befindlichen Medikamente zur Durchführung einer Allgemeinnarkose oder Regionalanästhesie angewandt. Dies hat sich zu einem deutlichen Vorteil für die Patienten entwickelt, das Auftreten von unangenehmen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Halsschmerzen, Katerstimmung, lange und unangenehme Aufwachphasen konnte auf ein Minimum reduziert werden.
Auch die technische Ausstattung als Voraussetzung für eine gute Arbeit bewegt sich in unserer Abteilung auf einem hohen Level. Es werden kontinuierlich die Sauerstoffsättigung, wie die Kohlensäurespannung im Blut, die Sauerstoff- und Narkosegaskonzentration, das EKG, sowie der kontinuierliche Blutdruck gemessen.
Als eine gute Methode der postoperativen Schmerzbekämpfung erwiesen sich im Laufe der Jahre die Kombination von Allgemeinnarkose und Periduralkatheter. Über diesen Katheter können in bestimmten Abständen geringe Mengen eines potenten Schmerzmittels gegeben und damit die Schmerzen drastisch gesenkt werden. Dies minimiert das Entstehen pulmonaler Komplikationen wie Lungenentzündungen und senkt die Rate postoperativer Nachbeatmungen praktisch auf ein Minimum. Auch zur initialen Schmerztherapie bei Rippenserienfrakturen wird die Anlage eines Periduralkatheters zur Senkung von pulmonalen Folgekomplikationen erfolgreich eingesetzt,ebenso in der Geburtshilfe zur Erleichterung der Geburt und Minimierung des Geburtschmerzes.Oftmals konnten so Kaiserschnitte vermieden werden.
Die interdisziplinäre Intensivabteilung unseres Krankenhauses, die unter organisatorischer und ärztlicher Leitung der Anästhesie-Abteilung steht, ist für alle Patienten unseres Krankenhauses offen und zuständig. Erst vor kurzem wurde eine der modernsten Überwachungsanlagen auf Computerbasis neu installiert, die sämtliche Vitalparameter der schwerkranken Patienten überwacht und aufzeichnet.
Der interdisziplinäre Charakter auch unserer Intensivstation wird durch kurze und unbürokratische Arbeitswege zu den anderen Fachabteilungen betont um die optimale Betreuung der Patienten zu gewährleisten.
Die Intensivmedizin umfasst alle Bereiche von der postoperativen Überwachung nach schwerwiegenden Eingriffen bis zur Behandlung hochkomplzierter Krankheitszustände. In den letzten 20 Jahren wurden ca. 17500 Patienten behandelt.
Wir verfügen z.Zt. über drei Plätze, die mit modernen Beatmungsmaschinen ausgerüstet sind. Auch die sogenannte nicht invasive Beatmung ist nun mehr bei uns möglich. Denn es zeigt sich, dass die Anzahl der Patienten mit schweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen deutlich zunehmen wird. Damit erlangt die Therapie dieser schweren Erkrankungen mittles nicht-invasiver Beatmung eine immer grösser werdende Bedeutung. Die jahrelangen Erfahrungen im Umgang mit.Anästhesiemethoden und Behandlungskonzepten und der ausschließliche Einsatz bewährter und qualifizierter Fachärzte sowie speziell ausgebildeter Pflegekräfte führte zu einem Team, das einen hochen Sicherheitsstandard gewährleistet.
Trotz aller Technik steht bei uns immer noch die persönliche Zuwendung dem Patienten gegenüber im Vordergrund.Soweit es möglich ist,wird die psychische Situation der Kranken auch im Gespräch mit den Angehörigen in das Behandlungskonzept eingebracht ,um die
Belastung so gering wie möglich zu halten.
Die Intensivstation verfügt über 6 vollüberwachte Einzelplatzstationen.
Die aktuelle Ausgabe des BayerwaldPULS ab sofort in Ihren Krankenhäusern Zwiesel - Viechtach oder
mit dem imedON-Zertifikat für patientenfreundliche Websites