Laparoskopischer Magen-Bypass

Bei dieser Operation werden Dünndarmabschnitte mittels Umleitung umgangen, d.h. mit einem Bypass überbrückt, um so die Resorptionsfläche zu verkleinern. Dies wird mit einer gleichzeitig durchgeführten Magenverkleinerung kombiniert. Per Schlüsselloch-Chirurgie wird mit einer Klammernaht eine kleine Tasche im oberen Magen geschaffen. Der verkleinerte Magen führt zu einer Reduzierung der Mahlzeitmenge. Durch die partielle Trennung des Speisebreis vom Gallensaft und vom Bauchspeicheldrüsensekret während der Dünndarmpassage steht zur effektiven Verdauung und Aufnahme der verdauten Nahrung weniger resorptiver Dünndarmanetil zur Verfügung, so dass nur noch weniger Nahrung verdaut werden kann. Die Nahrung mischt sich erst später mit den Verdauungssäften, so dass eine vollständige Kalorienabsorption verhindert wird. Durch das Gastric-Bypass-Verfahren wird somit die Mahlzeitgröße reduziert und gleichzeitig die Energieausbeute reduziert.magenbypass_web_

Ein Jahr nach der Operation verlieren die Patienten etwa 60-70% an Übergewicht. Studien zeigen, dass ein Übergewichtsverlust von 60% auch nach 10-15 Jahren möglich ist. Übergewichtsbedingte Gesundheitsprobleme wie Rückenschmerzen, Schlafapnoe, Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ II bessern sich deutlich oder können vollständig geheilt werden. 

Alle größeren operativen Eingriffe bergen gewisse Risiken. Zusätzlich sind bei diesem Verfahren folgende Risiken zu beachten: Nach der Operation können aufgrund der unvollständigen Verdauung Fettstühle mit Durchfall und Blähungen auftreten, die sich nach einer gewissen Zeit bessern. Die Häufigkeit des Stuhlgangs und seine Beschaffenheit hängen auch davon ab, welche Nahrungsmittel gegessen werden. Wichtig ist bei dieser Methode, dass das Ess- und Trinkverhalten auf die Operationsform abgestimmt werden. Ansonsten kann es auch zu einer Aufdehnung der Magentasche kommen. Nach der Operation müssen für den Rest des Lebens bestimmte Vitamine, Eisen, Mineralstoffe und Spurenelemente zusätzlich zur Nahrung zugeführt werden. Man muss darauf achten, täglich Eiweiß zu sich zu nehmen. Des weiteren müssen bestimmte Vitamine (Vitamin D und Vitamin B12) regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls ersetzt werden. Die Nahrung muss kalziumreich sein. Zusätzlich muss Kalzium in Tablettenform regelmäßig verabreicht werden, da der Körper sonst das Kalzium aus dem Knochen mobilisiert. Dies führt auf lange Sicht zu Osteoporose. Der ausgeschaltete Restmagen, der Zwölffingerdarm und Segmente des Dünndarms sind auf Röntgenbildern oder endoskopisch nur schwer oder gar nicht erreichbar bzw. darstellbar.